Reflecting - Rahel Müller

"On the Road", 2010. Analoge Fotografie
"Manchmal, in den seltenen Momenten, wo nowhere und anywhere zusammenkommen, gibt es einen kurzen Augenblick von Wesentlichkeit. Wo der Atem frei fliesst und das Entsprechung findet, was aus mir herauslächelt. Dann befinde ich mich inmitten dichten Lebens. Das Verbreitern der Bewegung, das Leichte an der Oberfläche, die Auflösung, das Begründen der Tiefe, die Idee vom Lichtwechsel. Skizze aus dem Schattenlichtraum." (Rahel Müller 2009)
„reflecting“
Die Thurgauer Künstlerin Rahel Müller arbeitet mit grosser schöpferischer Kraft, die sie in den unterschiedlichsten Medien wie Malerei, Fotografie, Text, Installation und Performance zum Ausdruck bringt. Ihre Arbeiten sind geprägt von subtiler Sinnlichkeit und verdichteter Kraft; die leisen und poetischen Zwischentöne zum Alltäglichen, die sie mit ihren Arbeiten auslotet, erschliessen sich oft erst nach einer gewissen Betrachtungszeit.
Rahel Müller bespielt das traditionelle Sommeratelier im neuen shed mit „reflecting“. Die doppelte Wortbedeutung im Sinne von „spiegeln“ und „nachdenken“ umreisst die Spannweite einer mehrteiligen Installation. Der Ausstellungstitel ist Programm für die Atelier- und die darauf folgende Ausstellungssituation in der 500m2 grossen Halle. Die Künstlerin baut mehrere Installationsgruppen in der Halle auf, und in einer speziell dazu eingerichteten Atelierzone arbeitet sie mit Bildern, Malerei, Fotografie und Collage.
Vom 3. Juli bis zum 27. August arbeitet Rahel Müller vor Ort in der Shedhalle und freut sich über interessierte BesucherInnen zu den bekannt gegebenen Öffnungszeiten. Man erlebt den fortschreitenden Prozess der Installationen und kann sich in Gespräche mit der kommunikativen Künstlerin verwickeln. Lust, Arbeit, Wahrnehmung, Ideen, Erfolg und Scheitern in den parallelen Arbeitsbereichen Installation und Bildfindung werden auf prozesshafte Art sicht- und einsehbar.
„mirrors should think longer, before they reflect”
Jean Cocteau
Das Motiv „Spiegel“ erscheint im Sommeratelier als Symbol des Übergangs in eine andere Realität, als Grenze zwischen psychischem und physischem Raum, die durch die reflektierende Projektion unauflöslich ineinander fallen. Spiegel sind traditionell in vielen Kulturen die Zone des Übergangs von einer Welt zur anderen, und Übergangszonen in unterschiedlichen Bedeutungen interessieren die Künstlerin in ihrer Arbeit immer wieder neu.
Kuratiert wird „reflecting“ von Katja Baumhoff und Ueli Vogt.
Rahel Müller (*1964) arbeitet seit über 25 Jahren professionell künstlerisch im Raum Thurgau und seit 9 Jahren in ihrem Atelier in Pfyn. Bereits 1995 wurde sie mit dem Adolf-Dietrich–Förderpreis der Thurgauischen Kunstgesellschaft ausgezeichnet, im Jahr 1997 erhielt sie den Förderpreis des Kantons Thurgau, 2003 wurde sie von „ The selection vfg.“ , dem Verband Schweizerischer Berufsfotografen im gesamtschweizerischen Wettbewerb ausgezeichnet und erhielt zweimal Förderbeiträge der Kulturstiftung des Kantons Thurgau. Ihre Werke wurden an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, mehrere ihrer Arbeiten befinden sich in öffentlichem Besitz, u.a. im Kunstmuseum des Kantons Thurgau oder in der Kunstsammlung des Kantons Zürich. Sie hat bisher sechs Kunst am Bau Projekte in den Kantonen Thurgau und Zürich realisiert.
weitere Informationen www.rahelmueller.com

